Viele Menschen finden zum Yoga, weil sie etwas für sich selbst tun wollen.
Einige denken dabei mehr an den Körper, dessen Gesundheit ihnen wichtig ist, andere suchen nach mehr innerer Ausgeglichenheit und Entspannung, wieder andere nach mehr Zeit und Möglichkeiten für Besinnung im alltäglichen Stress, manche auch nach einem spirituellen Weg.
Um diesen unterschiedlichen Bedürfnissen nach positiver Veränderung gerecht zu werden, bedarf es einer Yogaunterrichtsform, die den unterschiedlichen Bedürfnissen angepasst ist.
Yoga ist ein Weg zur Selbstfindung und gleichzeitig Mittel, um dem Menschen auf der Suche nach Wandel behilflich zu sein, ihm zu mehr Gesundheit, Ruhe und Klarheit im Geist, mehr Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber zu verhelfen.

Im Yoga gibt es viele verschiedene Formen und Traditionen.
Ich unterrichte in der Tradition von T. Krishnamacharya, in der Yoga auf eine besondere Weise vermittelt wird. Für den Yogaunterricht bedeutet dies, die Übungsabläufe an den jeweiligen Menschen anzupassen und die Übungen schrittweise aufzubauen. Die Verbindung von Körper, Atem und Achtsamkeit im Üben ist ein wesentliches Element unserer Yogapraxis. Dem bewusst geführten Atem kommt ebenfalls eine besondere Bedeutung zu. Im Yoga steht die individuelle, sich vertiefende und weiterentwickelnde Erfahrung des Menschen im Mittelpunkt. Yoga ist ein Übungsweg und verlangt eigenes Tun genauso wie eigenes Erfahren. In seiner über 2000-jährigen Geschichte entstanden verschiedene Yogatechniken. Diese wurden in ein System eingefügt, das im Wesentlichen aus Körperhaltungen (asana), Atemübungen (pranayama) und Übungen zur Konzentration, Kontemplation und Meditation besteht. Auf diesen drei Übungsebenen lernen wir, eine Verbindung von Körper, Atem und Geist herzustellen.

Körperübungen

Asana werden die Körperhaltungen im Yoga genannt, die mit wachem Geist in ruhigen, mit dem Atem verbundenen Bewegungen ausgeführt werden. Sie lehren uns, bestimmte Qualitäten im Umgang mit dem Körper zu verwirklichen. Leichtigkeit, Stabilität und Wachheit gehören zu den wichtigsten. Den Asana werden bestimmte Wirkungen wie Vitalisierung, Reinigung, Kräftigung, Aufrichtung und Entspannung zugeschrieben. Asana leben über die äußere Form von ihrem inneren Gehalt. Sie sind vor allem Einladungen an unseren Atem, sich auf sanfte Art Räume zu suchen, welche im alltäglichen Umgang mit dem Körper meist unzugänglich bleiben. Sie öffnen uns damit für den Fluss der Lebensenergie, die im Yoga prana genannt wird.

Atemübungen

Pranayama sind Atemübungen des Yoga. Sie sind ein wichtiges Mittel, den Atemfluss zu harmonisieren und zu vertiefen. Gleichzeitig entwickelt sich die Kraft für innere Reinigung und Lösung von Blockaden.

Übungen für den Geist

Über asana, pranayama und Konzentration lernen wir, die Bewegungen des Geistes zur Ruhe zu bringen, um achtsam und bewusst den Augenblick zu leben. Für einen so beruhigten Geist kennt Yoga eine Vielzahl von konzentrativen, kontemplativen und meditativen Übungen, die uns zu größerer Klarheit, innerer Gelassenheit und Zufriedenheit führen können.

Für wen ist Yoga geeignet?

Yoga kann für jeden Menschen jeder Altersstufe Möglichkeiten bieten, auf sich selbst positiv einzuwirken. Voraussetzung ist, dass z.B. die körperlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse des Menschen bei der Auswahl der Übungen miteinbezogen werden. Viele Menschen glauben, jede Yoga-Übung sei für jeden Menschen gleichermaßen geeignet und hilfreich. Das ist nicht richtig. Was dem einen Menschen gut tut, kann den anderen überfordern. Yoga sollte keine neuen Probleme schaffen. Für die meisten Jugendliche werden kraftvolle, körperlich anspruchsvolle Übungen sehr reizvoll sein, Menschen mit Beeinträchtigungen oder ältere Teilnehmer ziehen meist sanftere Übungen vor und können den feineren Atemübungen viel abgewinnen. Yoga auf diese Art und Weise zu vermitteln wird auch Viniyoga genannt. Dies ist ein zentrales Anliegen der Tradition, die ich gelernt habe. Um hierbei die richtigen Schritte zu finden, brauchen wir die Anleitung eines Lehrers, einer Lehrerin.